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Studium vorbei - und jetzt?!


Wenige Monate bis zum Ende des Studiums. Ich freue mich darauf, bin aber auch etwas aufgeregt. Wie bekomme ich meine freien Ziele mit einem geregelten Job unter einen Hut? Wo treibt es mich hin? Finde ich einen Job, der zu mir passt? In welche Schiene möchte ich gehen?

Um ehrlich zu sein, habe ich mir schon länger einen Kopf um das Leben nach dem Studium gemacht. Ich bin schon seit vielen Jahren Freiberufler und werde dies auf keinen Fall aufgeben. Langfristig ist es natürlich mein Ziel, auf eigenen Beinen zu stehen und von der eigenen Kunst zu leben. Aber aktuell sehne ich mich ebenso nach etwas Halt und Regelmäßigkeit. Ich hätte gerne eine strukturierte Work-Life-Balance, damit ich mein verschuldendes Studentenleben in Ruhe hinter mir lassen kann. In meinem Praxissemester habe ich gemerkt, dass mir ein geregelter Job sehr gut tut. Ein Halbtagsjob wäre natürlich perfekt. Es würde mich wahnsinnig machen, meine eigenen Projekte zu vernachlässigen - ebenso würde es mich wahnsinnig machen, wenn ich auf meine freien Projekte angewiesen bin. Sicherheit und Kreativität sind mir in der aktuellen Lebensphase von großer Bedeutung. Die halbe Woche feste zu arbeiten und den anderen Teil der Woche eigene Projekte zu pushen, das wäre meine Wunschvorstellung, auf die ich versuche hinzuarbeiten.

Die Frage ist nur, nach was soll ich suchen? Soll ich es als Bildbearbeiter, Fotograf und in der Konzeption probieren - oder doch in die Social Media Schiene gehen? Es sind viele Wege, die man im Studium gegangen ist. Unterschiedliche Interessen, die man stärken und mit genügend Hintergrundwissen ausbauen konnte. Egal wo es mich hinführt, das nächste Jahr wird spannend. Ich bin motiviert und hoffe mein grober Plan geht auf. Natürlich halte ich Euch auf dem Laufenden.
Viele sehen das Ende des Studiums als das Ende der Welt, - sie versinken in ihrem Trott und haben Angst vor Struktur. Für mich wirkt es eher wie ein Anfang vieler neuer Möglichkeiten. Mit ein bisschen Mut und Vertrauen ins eigene Können, bin ich zuversichtlich, das Richtige zu finden.

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Warum mich das Dorfleben aggressiv macht


In 90 Minuten werde ich 26 Jahre alt. Ich sitze hier mit einem Glas Weißwein an meinem Notebook, esse belegte Brote und höre akustische Musik - allein. Um meinen Eltern einen Gefallen zutun, bin ich hier um auf die Katzen aufzupassen. Spätestens am dritten Tag macht es mich immer wahnsinnig hier zu sein. Es ist kein Dorf, es nennt sich 'Stadt' - hat aber leider keine städtischen Merkmale. Es sind überall Menschen, die gefangen sind. Gefangen in Gewohnheiten. Jedes Wochenende und jede Woche sieht gleich aus. Hier gibt es keinen Horizont - man kann ihn nicht mal erahnen, wenn man die Augen besonders weit öffnet. ''Kommst du nicht immer wieder gerne in deine Heimat?'' wurde ich mal gefragt. Klar, ich sehe meine Familie gerne, aber nicht in der Heimat. Zu viele negative Verbindung aus der Kindheit. Ich hatte eine gute Kindheit, zumindest ein gutes Verhältnis mit Freunden und Familie, aber nie einen guten Draht zum Leben im Nirgendwo.

Die Menschen hier ziehen mich runter, ich kann mich mit diesem Lebensstil nicht anfreunden. Es macht mich wirklich traurig und aggressiv. Ich wünschte meine Familie würde wegziehen, weil ich weiß, dass Veränderung glücklich macht. Vor Allem, wenn man so lange gefangen ist. Es fehlt an Möglichkeiten und Abwechslung, an Parks und Bars und Spontanität. Es geht mir nah, dass ich meine Einstellung zum Leben hier nicht wirklich finden kann.  Die Highlights der Woche sind Wochenenden, die immer gleich gestaltet sind: Die Jugend betrinkt sich oder bekifft sich  - wahrscheinlich nicht nur die Jugend.

Das bezieht sich natürlich nicht auf jeden, der hier wohnt. Ich bin mir sicher, dass es auch hier neugierige, offene Menschen gibt, die gerne etwas Neues ausprobieren wollen und sich die Wochen unterschiedlich gestalten. Aber zum größten Teil bringt es mich schnell an meine Grenzen. Ich habe meinen Platz gefunden, meine Menschen und meinen Drang nach Neuem und Vielseitigkeit. Umso schwieriger ist es für mich, an einen Platz zurückzukommen, der sich nie verändert. Gleiche Leute, gleiche Einstellung, gleiche Lebensweise. Ich verändere mich jeden Tag, habe immer wieder neue Wünsche und Träume, neue spontane Einfälle und Ziele. Das macht doch das Leben aus, oder nicht? Auszubrechen, seinen innersten Gefühlen zu folgen, etwas zu riskieren?

'Man lebt nur einmal' - dieser verdammt nervige Standardspruch, aus dem man doch alles herauslesen kann, was eine Rolle spielt. Wenn man weiß, welche Möglichkeiten die Welt bereithält, dann verstehe ich nicht, wie man sich vor diesen Möglichkeiten wegschließen kann.

Ich möchte hiermit keineswegs Menschen verletzen, die ihren Platz gefunden haben und wirklich sind. Es geht einzig und allein um meine Wahrnehmung und meine Erfahrungen, mein Umfeld und meine Geschichte.

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